Zum evangelischen Kirchentag Mai 2017 in Berlin:

 

Blinde Christen

 

70 000 Protestanten jubeln auf dem Kirchentag Obama zu, „sie liegen ihm zu Füssen“ steht in einer Hauptstadt-Zeitung. Diese Christen müssen nur die deutschen Leitmedien gesehen und gelesen haben und sonst nichts. Ansonsten ist das Bejubeln des ehemaligen ersten Repräsentanten eines mörderischen Regimes und Imperiums nicht zu erklären.

 

Die New York Times verkündete letztes Jahr, Obama sei seit dem 6. Mai offiziell der amerikanische Kriegspräsident Nr. 1. Den traurigen Rekord hatte zuvor sein Vorgänger George W. Bush gehalten. Die USA führten unter der Regierung Obamas seit dessen Amtsantritt am 20. Januar 2009 bis zum 6. Mai 2016 insgesamt 2663 Tage Krieg in sieben Ländern: Afghanistan, Irak, Pakistan, Somalia, Jemen, Libyen und Syrien. Nur in Afghanistan sind Soldaten mit einem offiziellen Mandat im Einsatz, in Syrien werden fanatische Milizen bezahlt, unterstützt und ausgebildet, in  anderen Ländern fliegen die USA klammheimlich Luftangriffe, töten mit Drohnen ohne jegliches Mandat des Parlamentes, geschweige denn der UNO.

 

 

 

Und dabei spielt Deutschland eine wichtige Rolle, über den US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein läuft das Funksignal an die Drohnen, die von den USA aus gesteuert werden. Ohne diesen Knotenpunkt, kann die Steuerung aus den USA die Drohnen in ihrem Einsatz über Jemen, Pakistan oder Somala nicht erreichen. Außerdem werden die Kamerabilder der Drohnen von einem Spezialteam in Ramstein ausgewertet. Wir sind also mit im Boot.

 

Ich kann es nicht mehr hören, wenn ich meine christlichen Mitbrüder beten höre: „Gott Vater, danke, dass wir hier in Deutschland in Frieden leben können“ Wir leben nicht in Frieden, wir bringen Krieg und Tod aus Deutschland. Kein Mensch weiß, welche Menschen mit der Brandmarkung „Terrorist“ dem Tod geweiht werden. Es genügt, irgendjemanden das Etikett „Terrorist“ auf die Stirn zu kleben und schon ist er dem Abschuss freigegeben. Es genügt auch schon, wie aus den USA zu hören ist, dass man vermutet, dass er in Zukunft terroristische Taten vollbringen wird, um ihm ihn auf die Liste zu setzen, die ihm den Tod bringt. Über die genaue Zahl der Getöteten wissen wir nicht Bescheid.

 

Der Berliner Tagesspiegel, schreibt am 16.10.2015:

 

Durch ein Buch des US-Journalisten Daniel Klaidmann waren Planungsdetails zu jenen "targeted killings"- (gezielte Tötungen) bekannt geworden, die es seit ihrer Einführung durch Obamas Vorgänger im Präsidentenamt George W. Bush, gab, von ihm aber intensiviert worden waren: Von einem "Tuesday Terror Briefing" berichtete Klaidman in seinen Buch "Kill or capture", ein wöchentliches Treffen des Präsidenten mit seinen Beratern, an deren Ende man sich auf eine jeweils aktualisierte Liste jener Menschen einigt, die aus Sicht der Regierung der Vereinigten Staaten kein Recht mehr haben zu leben – und daher in absehbarer Zeit von ferngesteuerten Drohnen umgebracht werden.

 

Es wird allgemein angenommen, dass Tausende schon von US Drohnen getötet worden sind, darunter zahlreiche Zivilisten, die nichts mit den sogenannten Terroristen zu tun hatten.

 

Stellen Sie sich vor, es träte eines Tages das Wunder ein, dass Deutschland aus der Nato austritt. Dann würde Deutschland flugs zum rechtsextremen Hitlerstaat erklärt und ich wäre das nächste Ziel eines Drohnen-Angriffs, auf der Liste stehe ich schon, weil ich öffentlich einen US-Präsidenten als Mörder bezeichnet habe.

...Aber vermutlich wäre ich nicht so wichtig, als dass man mir eine teure Drohne auf den Hals hetzen würde.

 

Abgesehen davon hat Obama das Desaster in Syrien zu verantworten, denn ohne die USA wäre Syrien nie in einen derartigen Bürger- und internationalen Stellvertreterkrieg entflammt. Ohne die treibende und steuernde Hand der USA im Hintergrund wäre der Konflikt nicht in einen Krieg hochgekocht worden. Die USA und ihre Verbündeten Großbritannien und Saudi Arabien haben islamistische Kämpfer mit Waffen, Geld, Beratung, Training und logistischen Informationen versorgt. Es war die Regime-change-Politik der USA, die uns als arabischer Frühling verkauft wurde, die dieses Chaos in Libyen und in Syrien angerichtet hat.

 

Dass der Bürgerkrieg in Syrien nicht vom Himmel fiel, sondern von langer Hand im Pentagon geplant und vorbereitet war, sagt General Wesley Clark, der von 1997 bis 200 Oberbefehlshaber der Nato in Europa war.

 

https://www.youtube.com/watch?v=SXS3vW47mOE

 

Diesem mörderischen Chaos in Syrien sind Hunderttausende zum Opfer gefallen, indem sie starben, verletzt wurden oder flohen, darunter Hunderttausende von Christen, die jetzt unsere Flüchtlingsheime bevölkern.

 

Und wir protestantischen Christen jubeln dem ehemaligen obersten Repräsentanten des Regimes zu, das dafür verantwortlich ist. Unser oberster Hirte, der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, lächelt dem Mörder freundlich zu und sonnt sich im Glanz der Popularität des Killers.

 

Und niemand protestiert.

Die Schafe schweigen, der Hirte grinst.

Das erinnert sehr an die deutschen Christen, die mit Hitler in die Kriege zogen. Zeit, eine bekennende Kirche zu gründen.